Als ich mir darüber Gedanken gemacht habe, wie meine stressfreien Mindful News aussehen könnten, flog schnell das Wort „Wertneutralität“ durch meinen Kopf. Direkt im ersten Newsletter des Beta-Tests merke ich, was für eine Herausforderung das eigentlich ist. Diese Woche geht es nämlich um Erdogan, Hasskommentare auf Facebook und Donald Trump. Kein Grund, sich machtlos zu fühlen. Also: Einatmen. Ausatmen. Loslesen.
Was war
Es war die Woche des Recep Tayyip Erdogan. Am Wochenende kündigte der türkische Präsident an, er wolle die Todesstrafe in der Türkei wieder einführen – und ließ sich dafür bei einer Rede bejubeln. Die letzte Hinrichtung im Land gab es im Jahr 1984, erst 2006 wurde die Todesstrafe ganz abgeschafft. Warum macht er das? Die Debatte könnte für Erdogan ein Instrument sein, seine eigene Macht zu erhalten und zu vergrößern. Er könnte sich mit der Debatte um die Todesstrafe die Unterstützung der nationalistischen Opposition erkaufen – Erdogan will die Verfassung ändern, um ein Präsidialsystem einzuführen. Mit ihm selbst an der Spitze. (Quelle: faz.net)
Am Montag nahm die türkische Polizei Murat Sabuncu fest. Murat Sabuncu war Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“. Gegen insgesamt 14 Mitarbeiter der Zeitung gab es Haftbefehle. Der Vorwurf: Verbindungen zum Putschversuch im Juli. (Quelle: sueddeutsche.de) Tausende Lehrer, Professoren und Richter wurden letzte Woche entlassen.
Seit langem wird der Ton auf Facebook rauer, manchmal durch Hassbotschaften gegen Minderheiten oder „das Establishment“ schier unerträglich. Der Würzburger Anwalt Chan-jo Jun kämpft schon länger juristisch gegen Hasskommentare auf Facebook – und dieses Mal hatte seine Anzeige Erfolg. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und weitere Manager des Konzerns. (Quelle: spiegel.de) Der Verdacht: Volksverhetzung. Der Hintergrund: Facebook muss rechtswidrige Inhalte von seiner Webseite entfernen, sobald das Unternehmen davon erfährt. Das passiert aber nicht – der Anzeige von Chan-jo Jun liegt eine ganze Liste von Fällen aus Deutschland bei.
In einem Referendum im Juni stimmten 51,9 Prozent der Briten für den Austritt aus der EU – doch ob und wann der Brexit tatsächlich kommt, ist seit dieser Woche wieder vollkommen unklar. Der Londoner High Court entschied, dass die Regierung für den Brexit auch die Zustimmung des Parlaments braucht. Das Urteil des Gerichts macht die Sache kompliziert und langwierig – und vielleicht sogar unmöglich. Eigentlich wollte Ministerpräsidentin Theresa May im März mit dem Brexit-Prozess beginnen. Geklagt hatten eine Managerin, ein Friseur – und eine Reihe von Nebenklägern, die über ein Crowdfunding Geld für die Klage gesammelt hatten. (Quelle: zeit.de)
Was kommt
Heute wird die CSU höchstwahrscheinlich ihr neues Partei-Programm beschließen. Es wird konservativer. Es richtet sich gegen einen „politischen Islam“. Und es fordert Obergrenzen für Flüchtlinge. Auffällig ist die Wortwahl. Auf Twitter verwendet die CSU den Hashtag #dieOrdnung, CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer Kriegsrhetorik: Die Partei sei ein „Bollwerk gegen die Linksfront“. (Quelle: tagesschau.de)
Donald Trump und seine Präsidentschaftskandidatur voller Populismus und Frauenfeindlichkeit beschäftigt uns schon seit etwa einem Jahr. Am Mittwoch entscheiden die Wähler in den USA, wer Präsident wird: Hillary Clinton für die Demokraten oder Donald Trump für die Republikaner. Die US-Wahl wird spannend: Beide liegen in aktuellen Umfragen ungefähr gleichauf. (Quelle: welt.de)
Die Wahl bedeutet auch einen Abschied von Barack Obama, der vor acht Jahren enthusiastisch mit seinem „Change“-Versprechen antrat. Längst nicht alle Erwartungen konnte er erfüllen. Trotzdem ist es auch ein Zeitpunkt, dankbar zu sein. Denn Obama hat gezeigt, wie menschlich und unerschütterlich ein Präsident sein kann. Die „Berliner Zeitung“ liefert fünf Gründe, warum sie Barack Obama vermissen wird.
Meine kleine Erleuchtung der Woche
Ich probiere seit einiger Zeit morgens eine neue Meditation aus, die eigentlich meine Kreativität beflügeln soll. Ich stelle mir vor, wie in der Mitte meines Körpers ein leuchtender Funke sitzt und beobachte, wie er sich immer weiter ausdehnt – auf meinen Körper, meine Wohnung, meine Stadt, die ganze Welt. Es geht auch darum, danach den Geist völlig frei sein zu lassen. Freiheit ist schon seit meiner Kindheit eins meiner Lieblingsgefühle. Ehrlich gesagt gilt seit einigen Jahren: sehnlichst erwünscht, selten erreicht. Diese Woche habe ich zum ersten Mal sehr deutlich gefühl, dass persönliche Freiheit (in meinem privelegiertem Leben) vor allem eine innere Haltung ist. Und ich habe mich gleich frei gefühlt.
Und jetzt – jetzt!
Wie geht es dir mit diesen Informationen? Wir waren viel in der Vergangenheit und der Zukunft. Wenn du Lust hast, kannst du jetzt gemeinsam mit mir einen Moment zur Ruhe kommen und in die Gegenwart eintauchen.
Suche dir einen ruhigen Ort, an dem du ungestört bist. Setze dich aufrecht hin – entweder auf den Boden oder auf einen Stuhl. Wichtig ist, dass du deine Wirbelsäule aufrichten kannst. Stell dir einen Wecker – zum Beispiel an deinem Smartphone – auf zwei Minuten. Länger geht natürlich auch.
Leg deine Hände locker auf deinen Knien ab. Beobachte eine Zeit lang deinen Atem. Versuche, dich bei jedem Einatmen ein bisschen weiter aufzurichten und dich beim Ausatmen jedes Mal etwas fester im Boden zu verankern. Du kannst dir eine goldene Schnur vorstellen, die an deiner Schädelkrone befestigt ist und dich weiter nach oben zieht. Dein Körpergewicht drückt dich nach unten und lässt dich schwer werden.
Schau dann, wie es dir geht. Zuerst körperlich. Nimm wahr, wo sich dein Körper weich anfühlt – und wo fest. Bewerte diese Gefühle nicht, sei einfach neugierig! Wie ist deine Stimmung? Welche Gefühle tauchen auf? Auch hier gilt: Beobachte nur. Alle Stimmungen sind gleich gut.
Wenn Gedanken kommen – und die kommen höchstwahrscheinlich – , lass sie vorbeiziehen – wie Holzstückchen, die auf einem gemächlichen Fluss treiben.
Ich wünsche Dir ein entspanntes Wochenende!
Deine Barbara
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Als ich mir darüber Gedanken gemacht habe, wie meine stressfreien Mindful News aussehen könnten, flog schnell das Wort „Wertneutralität“ durch meinen Kopf. Direkt im ersten Newsletter des Beta-Tests merke ich, was für eine Herausforderung das eigentlich ist. Diese Woche geht es nämlich um Erdogan, Hasskommentare auf Facebook und Donald Trump. Kein Grund, sich machtlos zu fühlen. Also: Einatmen. Ausatmen. Loslesen.
Was war
Es war die Woche des Recep Tayyip Erdogan. Am Wochenende kündigte der türkische Präsident an, er wolle die Todesstrafe in der Türkei wieder einführen – und ließ sich dafür bei einer Rede bejubeln. Die letzte Hinrichtung im Land gab es im Jahr 1984, erst 2006 wurde die Todesstrafe ganz abgeschafft. Warum macht er das? Die Debatte könnte für Erdogan ein Instrument sein, seine eigene Macht zu erhalten und zu vergrößern. Er könnte sich mit der Debatte um die Todesstrafe die Unterstützung der nationalistischen Opposition erkaufen – Erdogan will die Verfassung ändern, um ein Präsidialsystem einzuführen. Mit ihm selbst an der Spitze. (Quelle: faz.net)
Am Montag nahm die türkische Polizei Murat Sabuncu fest. Murat Sabuncu war Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“. Gegen insgesamt 14 Mitarbeiter der Zeitung gab es Haftbefehle. Der Vorwurf: Verbindungen zum Putschversuch im Juli. (Quelle: sueddeutsche.de) Tausende Lehrer, Professoren und Richter wurden letzte Woche entlassen.
Seit langem wird der Ton auf Facebook rauer, manchmal durch Hassbotschaften gegen Minderheiten oder „das Establishment“ schier unerträglich. Der Würzburger Anwalt Chan-jo Jun kämpft schon länger juristisch gegen Hasskommentare auf Facebook – und dieses Mal hatte seine Anzeige Erfolg. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und weitere Manager des Konzerns. (Quelle: spiegel.de) Der Verdacht: Volksverhetzung. Der Hintergrund: Facebook muss rechtswidrige Inhalte von seiner Webseite entfernen, sobald das Unternehmen davon erfährt. Das passiert aber nicht – der Anzeige von Chan-jo Jun liegt eine ganze Liste von Fällen aus Deutschland bei.
In einem Referendum im Juni stimmten 51,9 Prozent der Briten für den Austritt aus der EU – doch ob und wann der Brexit tatsächlich kommt, ist seit dieser Woche wieder vollkommen unklar. Der Londoner High Court entschied, dass die Regierung für den Brexit auch die Zustimmung des Parlaments braucht. Das Urteil des Gerichts macht die Sache kompliziert und langwierig – und vielleicht sogar unmöglich. Eigentlich wollte Ministerpräsidentin Theresa May im März mit dem Brexit-Prozess beginnen. Geklagt hatten eine Managerin, ein Friseur – und eine Reihe von Nebenklägern, die über ein Crowdfunding Geld für die Klage gesammelt hatten. (Quelle: zeit.de)
Was kommt
Heute wird die CSU höchstwahrscheinlich ihr neues Partei-Programm beschließen. Es wird konservativer. Es richtet sich gegen einen „politischen Islam“. Und es fordert Obergrenzen für Flüchtlinge. Auffällig ist die Wortwahl. Auf Twitter verwendet die CSU den Hashtag #dieOrdnung, CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer Kriegsrhetorik: Die Partei sei ein „Bollwerk gegen die Linksfront“. (Quelle: tagesschau.de)
Donald Trump und seine Präsidentschaftskandidatur voller Populismus und Frauenfeindlichkeit beschäftigt uns schon seit etwa einem Jahr. Am Mittwoch entscheiden die Wähler in den USA, wer Präsident wird: Hillary Clinton für die Demokraten oder Donald Trump für die Republikaner. Die US-Wahl wird spannend: Beide liegen in aktuellen Umfragen ungefähr gleichauf. (Quelle: welt.de)
Die Wahl bedeutet auch einen Abschied von Barack Obama, der vor acht Jahren enthusiastisch mit seinem „Change“-Versprechen antrat. Längst nicht alle Erwartungen konnte er erfüllen. Trotzdem ist es auch ein Zeitpunkt, dankbar zu sein. Denn Obama hat gezeigt, wie menschlich und unerschütterlich ein Präsident sein kann. Die „Berliner Zeitung“ liefert fünf Gründe, warum sie Barack Obama vermissen wird.
Meine kleine Erleuchtung der Woche
Ich probiere seit einiger Zeit morgens eine neue Meditation aus, die eigentlich meine Kreativität beflügeln soll. Ich stelle mir vor, wie in der Mitte meines Körpers ein leuchtender Funke sitzt und beobachte, wie er sich immer weiter ausdehnt – auf meinen Körper, meine Wohnung, meine Stadt, die ganze Welt. Es geht auch darum, danach den Geist völlig frei sein zu lassen. Freiheit ist schon seit meiner Kindheit eins meiner Lieblingsgefühle. Ehrlich gesagt gilt seit einigen Jahren: sehnlichst erwünscht, selten erreicht. Diese Woche habe ich zum ersten Mal sehr deutlich gefühl, dass persönliche Freiheit (in meinem privelegiertem Leben) vor allem eine innere Haltung ist. Und ich habe mich gleich frei gefühlt.
Und jetzt – jetzt!
Wie geht es dir mit diesen Informationen? Wir waren viel in der Vergangenheit und der Zukunft. Wenn du Lust hast, kannst du jetzt gemeinsam mit mir einen Moment zur Ruhe kommen und in die Gegenwart eintauchen.
Suche dir einen ruhigen Ort, an dem du ungestört bist. Setze dich aufrecht hin – entweder auf den Boden oder auf einen Stuhl. Wichtig ist, dass du deine Wirbelsäule aufrichten kannst. Stell dir einen Wecker – zum Beispiel an deinem Smartphone – auf zwei Minuten. Länger geht natürlich auch.
Leg deine Hände locker auf deinen Knien ab. Beobachte eine Zeit lang deinen Atem. Versuche, dich bei jedem Einatmen ein bisschen weiter aufzurichten und dich beim Ausatmen jedes Mal etwas fester im Boden zu verankern. Du kannst dir eine goldene Schnur vorstellen, die an deiner Schädelkrone befestigt ist und dich weiter nach oben zieht. Dein Körpergewicht drückt dich nach unten und lässt dich schwer werden.
Schau dann, wie es dir geht. Zuerst körperlich. Nimm wahr, wo sich dein Körper weich anfühlt – und wo fest. Bewerte diese Gefühle nicht, sei einfach neugierig! Wie ist deine Stimmung? Welche Gefühle tauchen auf? Auch hier gilt: Beobachte nur. Alle Stimmungen sind gleich gut.
Wenn Gedanken kommen – und die kommen höchstwahrscheinlich – , lass sie vorbeiziehen – wie Holzstückchen, die auf einem gemächlichen Fluss treiben.
Ich wünsche Dir ein entspanntes Wochenende!
Deine Barbara
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